Ich schau dir in die Augen…

Wörtlich genommen wurde diese Aufforderung von der Klasse 9a, die im Biologieunterricht Schweineaugen präparieren konnte. Dies war eine freiwillige Aufgabe, diejenigen, die den Tatsachen nicht ins Auge schauen wollten, konnten den Aufbau des Wirbeltierauges anhand eines Modells begutachten.

Die Präparierenden staunten vor allem über die sehr robuste äußere Augenhaut, die sich nur sehr widerwillig aufschneiden ließ. Über ein freipräpariertes Fensterchen konnte die Abbildung eines Teelichtes zumindest erahnt werden, Pigmentschicht und Aderhaut konnten dagegen sehr gut zugeordnet werden. Da der Glaskörper trotz seines Namens große Mengen Wasser enthält, konnte er nicht im Ganzen entnommen werden, dieses gelang aber durchweg bei allen Präparaten mit der Linse. Deren Vergrößerungsfähigkeit wurde anhand eines Zeitungsartikels überprüft.

Die Schülerinnen und Schüler gingen mit großem Eifer und wenig Widerwillen an die Präparation heran und führten die Aufgaben mit Gewissenhaftigkeit aus. Einige reflektierten nebenbei über die Tatsache, dass das dazugehörige Tier am vorherigen Tag noch am Leben gewesen sei und mittlerweile in Form handlicher Einzelteile käuflich zu erwerben und anschließend zu verzehren, was ihnen doch ein wenig befremdlich erschien. So wurde die Augenspende angemessen gewürdigt und es zeigte sich wieder einmal, dass das praktische Arbeiten im Unterricht durch nichts zu ersetzen ist.

(Fotos von Leonie Kurth)