Elftklässer erinnern an Holocaust-Opfer

Aus Anlass der bun­desweit­en Ver­anstal­tun­gen zum 27. Jan­u­ar, dem Tag der Befreiung des Ver­nich­tungslagers Auschwitz 1945, ist am Don­ner­stag in Dud­er­stadt der Opfer des Nation­al­sozial­is­mus gedacht wor­den. Die Gedenkver­anstal­tung ist von Schülern des Eichs­feld-Gym­na­si­ums (EGD) mit­gestal­tet wor­den.

Dud­er­stadt. Mit den Worten „Die Erin­nerung darf nicht enden; sie muss auch kün­ftige Gen­er­a­tio­nen zur Wach­samkeit mah­nen“ erk­lärte der dama­lige Bun­de­spräsi­dent Roman Her­zog den 27. Jan­u­ar zum Gedenk­tag an die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus. Seit 1996 ist dies ein bun­desweit­er Gedenk­tag, das Datum bezieht sich auf den 27. Jan­u­ar 1945, den Tag der Befreiung des Ver­nich­tungslagers Auschwitz. 2005 beschloss die Gen­er­alver­samm­lung der Vere­in­ten Natio­nen, diesen Tag inter­na­tion­al zum Holo­caust-Gedenk­tag zu machen.

Die Gedenkver­anstal­tung in Dud­er­stadt, die von Schülern des Eichs­feld-Gym­na­si­ums (EGD) maßge­blich mit­gestal­tet wurde, hat Don­ner­stag in den Räu­men der Hol­len­bach-Stiftung stattge­fun­den. Im Anschluss wurde ein Blu­mengesteck zum Gedenken am Ehren­mal „Die Geknechtete“ am Ober­tor niedergelegt.

Den Mit­telpunkt der Ver­anstal­tung markierten drei Rede­beiträge, die von Elftk­lässlern des EGD vor­bere­it­et und vor­ge­tra­gen wur­den. EGD-Schüler sorgten auch für den musikalis­chen Rah­men. Bürg­er­meis­ter Wolf­gang Note (CDU) richtete seine Worte an die Anwe­senden. Heute, so Nolte, könne man sagen, dass sich Dud­er­stadt der Erin­nerungsar­beit stellt. Per­sön­lichkeit­en von damals gebe es allerd­ings immer sel­tener. Genau deshalb sei es so wichtig, sich zu erin­nern. Nolte: „Lassen Sie unsere Gedanken zurück­ge­hen in eine schlimme Zeit“.

Erin­nerung­sorte und Erin­nerungskul­tur

Auch hier in Dud­er­stadt fand Holo­caust statt“, erin­nerte der Schüler Johannes Koch und legte in seinem Beitrag dar, weshalb sich junge Men­schen mit dem Nation­al­sozial­is­mus und dem Holo­caust-Gedenk­tag auseinan­der set­zen soll­ten. Erin­nerung­sorte wie „Stolper­steine“ seien geschaf­fen wor­den, und im Unter­richt werde aktiv Erin­nerungskul­tur gelebt. Es sei notwendig, sich gemein­sam und gen­er­a­tionsüber­greifend zu erin­nern, damit sich die Geschichte nicht wieder­holt.

An die Geschichte der Zwangsar­beit in Dud­er­stadt erin­nerten anschließend Nils Con­rady und Lena Schinkel. Im Frauen-Außen­lager Dud­er­stadt des KZ Buchen­wald hät­ten 750 Gefan­gene arbeit­en müssen, ins­ge­samt seien hier 2487 Men­schen dien­stverpflichtet gewe­sen. Hier sei das Ziel gewe­sen, die Häftlinge durch über­mäßige Arbeit umkom­men zu lassen. Die Schüler: „Es ist gut, dass wir uns als Nachge­borene diesem The­ma wid­men.“

Zwangsar­beit im All­ge­meinen war das The­ma des Wort­beitrags von Ameli Wag­n­er und Fran­ka Wüste­feld. Weshalb müsse man sich erin­nern?, fragten die bei­den Schü­lerin­nen und gaben sogle­ich die Antwort: Der Blick zurück zeige uns die Grausamkeit der dama­li­gen Zeit. Die Über­leben­den des Holo­caust wür­den erwarten, dass wir uns mit der Ver­gan­gen­heit beschäfti­gen, um zu ver­hin­dern, dass sie sich wieder­holt. Deren Botschaft sei: „Set­zt Euch keine anderen Ziele als Friede, Frei­heit, Human­ität.“

Bild und Text von Markus Hartwig, Eichs­felder Tage­blatt, Dud­er­stadt

Bild: Die Schüler Mag­nus Pahl und Felix Ober­mann tra­gen das Blu­mengesteck zum Zielort, dem Ehren­mal “Die Geknechtete” am Ober­tor.