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24 Schülerinnen und Schüler in Kartuzy/Polen

In diesem Jahr sind 24 Schü­lerin­nen und Schüler nach Kar­tuzy, in die pol­nis­che Part­ner­stadt Dud­er­stadts, gefahren. Die Schüler tre­f­fen hier auf gle­ichal­trige pol­nis­che Schü­lerin­nen und Schüler, die das berufs­bildende Gym­na­si­um besuchen. Mar­tin Bereszyn­s­ki und Ben Thus­tek betreuten die Schü­ler­gruppe, die zusam­men mit ihren pol­nis­chen Part­nern Gdan­sk und Sop­pot besucht­en. Auch ein Orgelkonz­ert in Oli­wa stand auf dem Pro­gramm.

Beson­ders der Besuch von Gdan­sk blieb vie­len in bleiben­der Erin­nerung – nicht nur der Auf­stieg auf die Marienkirche, son­dern auch das neue Muse­um zum Zweit­en Weltkrieg, das sehr ein­drucksvoll die Ver­heerun­gen des Krieges zeigt. Ein Besuch des Lapino-Sees mit Über­nach­tung und inten­siverem Ken­nen­ler­nen run­de­ten das diesjährige Pro­gramm in Polen ab, das von Ywona Cyroc­ka und Agnies­ka Zalews­ka organ­isiert wurde. Die pol­nis­chen Schü­lerin­nen und Schüler kom­men im Juni zu einem Gegenbe­such nach Dud­er­stadt.

Die Sieger des Euroscola-Wettbewerbes fahren ins Europäische Parlament nach Straßburg

Der Vor­sitzende hat mir das Wort erteilt. Jet­zt heißt es auf­ste­hen — das Mikro geht an  — 500 Jugendliche aus 23 Län­dern der EU im Ple­narsaal des Europäis­chen Par­la­mentes, diesem riesi­gen Gebäude mit sein­er imposan­ten Glas­fas­sade, schauen ges­pan­nt, was ich zu sagen habe. Es ist ein beson­deres Pub­likum. Alle haben sie diese Fahrt und diesen Tag gewon­nen, haben sich in ihrem Land gegen viele andere Bewer­ber durchge­set­zt, um hier zu sein und die Europäis­che Union und beson­ders ihr demokratis­ches Herz, das Europäis­che Par­la­ment, von innen ken­nen­zuler­nen. Heiß darauf die aktuellen Prob­leme Europas mit anderen Europäern zu disku­tieren. Die meis­ten sprechen Englisch, die Fran­zosen und Iren grüßen auf Deutsch, die Mod­er­a­toren wech­seln ihre Sprache mehrmals, während die pro­fes­sionellen Dol­metsch­er über die Kopfhör­er alles auf Franzö­sisch, Deutsch und Englisch über­set­zen. Ich will Englisch sprechen – wann bietet sich schließlich son­st so eine Chance? Ich räus­pere mich, es geht los…

Diese beson­dere Erfahrung kon­nten die Schü­lerin­nen und Schüler der Klasse 10b des let­zten Schul­jahres am Fre­itag, den 11. März 2016, erleben. Im März 2015 hat­ten sie an einem fächerüber­greifend­en Pro­jekt in Poli­tik-Wirtschaft und Erd­kunde zum The­ma „Entwick­lungspoli­tik der Europäis­chen Union“ gear­beit­et und mit ihrem besten Ergeb­nis, einem Film über die ver­heeren­den Auswirkun­gen des Kon­sums von Palmöl in Kos­metik und Lebens­mit­teln auf die südostasi­atis­chen Län­der, am Eurosco­la-Wet­tbe­werb des Europäis­chen Par­la­mentes teilgenom­men. Groß war die Freude, als die Nachricht kam, dass sie tat­säch­lich gewon­nen hat­ten.

EP2Ein Tag als Europa-Abgeordneter

Der Tag begann mit der Ein­nahme der orig­i­nalen Sitze der Abge­ord­neten des Europa­parla­mentes und schon gle­ich wurde die Bedeu­tung des Tages durch die Ver­wal­tung des Par­la­mentes her­vorge­hoben: „Gestern saßen hier noch die Par­la­men­tari­er und entsch­ieden über Europas Geset­ze. Heute vertretet ihr die 500 Mil­lio­nen Bürg­er der Europäis­chen Union.“ Nach ein­er Vorstel­lung der wichtig­sten Organe der EU durch die in ihnen arbei­t­en­den Fach­leute und eine kri­tis­che Ein­schätzung der wesentlichen Stärken und Schwächen der Europäis­chen Union, durften alle Schulen sich kurz präsen­tieren. Luisa-Maria Ringer stellte unsere Schule vor dem ver­sam­melten Plenum vor und überzeugte dabei mit ein­er sou­verä­nen flüs­si­gen englis­chen Rede. Die Vielfalt und der Ein­fall­sre­ich­tum der anderen Schulen war dabei aber auch beein­druck­end.

Ein weit­eres High­light des Mor­gens war die aktuelle Frages­tunde mit dem deutschen Abge­ord­neten des Europäis­chen Par­la­mentes Michael Theur­er aus der Frak­tion „Allianz der Lib­eralen und Demokrat­en für Europa“, der die bohren­den Fra­gen der Teil­nehmer als überzeugter Europäer sehr reflek­tiert beant­wortete, zum Beispiel:

Wie sehen Sie die Flüchtlingskrise im Lichte der Anschläge von Paris?“
„Was hal­ten Sie von TTIP?“
„Wo ist die europäis­che Sol­i­dar­ität mit Griechen­land in der Wirtschafts- und Flüchtlingskrise?“
„Was tun Sie für die Anerken­nung von akademis­chen Abschlüssen in anderen Län­dern?“

EP3Für Unter­hal­tung und Aus­tausch sorgte das „Eurogame“, bei dem in ein­er bun­ten gemis­cht­en Kle­in­gruppe 20 Fra­gen in 20 Sprachen über die EU beant­wortet wer­den mussten. Die Sieger wur­den zum Schluss im großen Ple­narsaal prämiert.

Nach­mit­tags wur­den in Grup­pen gemein­same Lösun­gen für aktuelle poli­tis­che Prob­leme der EU gesucht und gemein­same Res­o­lu­tio­nen erstellt. The­men waren unter anderem: „How can we pro­mote sus­tain­able devel­op­ment?“, “What role should Europe have in migra­tion and inte­gra­tion?” oder “Is youth-employ­ment the next euro­pean chal­lenge?” Hier­bei gab es aber natür­lich auch die Möglichkeit, sich ein wenig näher ken­nen­zuler­nen. Die Res­o­lu­tio­nen wur­den vor ver­sam­meltem Plenum vor­ge­tra­gen, gegen kri­tis­che Nach­fra­gen vertei­digt und am Ende über das mod­erne Abstim­mungssys­tem des Par­la­mentes angenom­men oder abgelehnt.

EP4Neben diesem ein­drucksvollen Tag im Par­la­ment nutzte die Gruppe den An- und den Abreise­tag noch für eine infor­ma­tive Boot­s­tour über die Ill, für den Auf­stieg auf die Aus­sicht­splat­tform des imposan­ten Straßburg­er Mün­sters und für etwas Freizeit in der vielfälti­gen, lebendi­gen und malerischen Alt­stadt Straßburgs. Alles in allem war die Fahrt ein beson­ders inten­sives Erleb­nis und eine wun­der­bare Gele­gen­heit, mit vie­len Jugendlichen aus anderen Län­dern in Kon­takt zu treten.

Stille, gespannte Blicke auf die Leinwand und ein großer Kloß im Hals…

So war die Atmo­sphäre bei der Schul-Lesung des Darstel­len­den Spiel-Kurs­es Jahrgang 11 unter Leitung von Frau König. Die Schüler/innen führten die szenis­che Lesung “Ein Mor­gen vor Lampe­dusa” vor, die auf Inter­views der Zeu­gen und Opfer des ersten großen Flüchtling­sunglücks vor der ital­ienis­chen Insel im Jahre 2013 beste­ht.

Das Schlimme ist, dass es wirk­lich Men­schen gibt, die sowas erlebt haben, dass dies keine erfun­dene Geschichte war.”

Ich hat­te Gänse­haut am ganzen Kör­p­er, mir war das vorher nie so bewusst!”

So lauteten die ersten Reak­tio­nen aus dem Pub­likum.

Noch nie zuvor war es bei ein­er schulis­chen Auf­führung so ruhig und noch nie sind die Schüler/innen so ges­pan­nt ein­er Lesung gefol­gt. Und genau das woll­ten die Teilnehmer/innen des Kurs­es erre­ichen:

Wir leben in ein­er Zeit, in der die Flüchtlingspoli­tik die Men­schheit polar­isiert, in der Sol­i­dar­ität nicht mehr zu den Werten der Europäis­chen Union gehört und in der “Gut­men­sch” als Belei­di­gung gilt.

Dage­gen stellt sich jedoch der Darstel­len­des-Spiel-Kurs mit sein­er Lesung.

Das Eichs­feld-Gym­na­si­um Dud­er­stadt gehört zu den­jeni­gen, die nicht vergessen haben, dass Men­schen Men­schen sind, egal welche Herkun­ft, Reli­gion oder Haut­farbe sie haben.

Stolz kann es von sich behaupten, sich aktiv für Flüchtlinge einzuset­zen.

Uns war klar, dass wir nicht jeden erre­ichen kön­nen, aber für jeden, dem wir mit dieser Lesung die Augen geöffnet oder den wir auch nur berührt haben, hat sich der ganze Aufwand gelohnt!”

Am kom­menden Mon­tag find­et um 19:00 Uhr im Forum des Schulzen­trums eine weit­ere Lesung für die Öffentlichkeit statt. Im Anschluss gibt es eine Podi­ums­diskus­sion mit Vertretern der in der Dud­er­städter Flüchtling­shil­fe engagierten Men­schen. Dazu her­zliche Ein­ladung!