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Schülerinnen des Kurses „Auschwitz – Geschichte und Gedenken“ haben KZ-Gedenkstätte besucht

Sechs Schü­lerin­nen aus den 10. und 11. Klassen des Eichs­feld-Gym­na­si­ums haben in Begleitung von Her­rn Schö­bel vom 17.06. bis 21.06.2019 die KZ-Gedenkstätte Auschwitz in Polen besucht. Dabei haben sie inten­sive Ein­drücke davon gesam­melt, was nation­al­sozial­is­tis­che Herrschaft für deren Geg­n­er bedeutete und wie das Konzen­tra­tionslager­sys­tem organ­isiert war. Die geografis­chen aber auch physis­chen und psy­chis­chen Aus­maße übertr­e­f­fen alle Vorstel­lun­gen.

Weit­ere Höhep­unk­te der Stu­di­en­fahrt waren der Besuch des jüdis­chen Muse­ums mit Syn­a­goge in Oświęcim, die Besich­ti­gung der ehe­ma­li­gen Königs- und Haupt­stadt Krakau und der barock­en Kle­in­stadt Pszczy­na (Pless).

Ini­ti­iert wurde diese Fahrt von Gün­ter Reimann, der den regelmäßi­gen Ein­satz von Schü­lerin­nen und Schülern des Eichs­feld-Gym­na­si­ums bei der Gestal­tung des Holo­caust-Gedenk­tages in Dud­er­stadt durch diese Exkur­sion würdi­gen möchte. Er engagiert sich seit Jahren für die Aufar­beitung der Geschichte des Ver­nich­tungslagers Auschwitz.

Die Exkur­sion wurde ins­beson­dere vom Rotary Club Dud­er­stadt finanziell unter­stützt.

Wir möcht­en uns dafür sehr her­zlich bedanken und für die Begleitung durch Her­rn Reimann und Her­rn Müller vom Deutsch-Pol­nis­chen Fre­un­deskreis Dud­er­stadt, der den Klein­bus wie immer sehr sich­er gefahren hat.

Ausstellung: Schüler beschäftigen sich mit Migration

Die 13 Abi­turi­en­ten haben sich im Sem­i­nar­fach in den let­zten bei­den Jahren mit dem Oberthe­ma „Migra­tion“ befasst. Am Ende ist nach The­men­su­che, Sem­i­nar­fachar­beit und Präsen­ta­tion eine kleine Ausstel­lung mit dreizehn Mod­ulen her­aus­gekom­men, die die Schü­lerin­nen und Schüler am Dien­stag, 25. Juni 2019, ab 19 Uhr im Eichs­feld Gym­na­si­um Dud­er­stadt präsen­tieren.

Zuerst habe ich gar nicht gewusst, wie nah das The­ma an mir dran ist, obwohl es so weit weg scheint“, kom­men­tiert Johannes Koch, der sich mit den Dream­er-Kindern in den USA auseinan­derge­set­zt hat. Extra dafür hat er ein Zeitzeu­gen­in­ter­view auf Englisch via Skype geführt und es in sein­er Sem­i­nar­fachar­beit und in seinem kleinen Ausstel­lungsmod­ul ver­ar­beit­et. Obwohl es schon über ein Jahr her ist, ver­fol­gt er die Entwick­lun­gen in den USA mit großer Aufmerk­samkeit.

Ins­ge­samt 13 Ein­heit­en behan­deln das The­ma „Migra­tion“ aus den unter­schiedlich­sten Blick­winkeln. Oft­mals fam­i­liengeschichtlich geprägt, immer, wenn möglich mit einem Zeitzeu­gen­in­ter­view im Zen­trum, haben sich die Schüler auf den Weg gemacht, um auch kri­tisch mit dem The­ma umzuge­hen. „So ein­fach war es nach dem Krieg nicht.“ So resümiert Korbin­ian Regen­hardt aus Giebold­e­hausen. Seine Oma war 1945 aus Schle­sien ins Untere­ichs­feld geflüchtet. Aber auch heutige Flucht­en wer­den näher beschrieben. Kat­ja Engel­hardt hat sich mit der Flucht- und Inte­gra­tions­geschichte von Mer­na Adam auseinan­derge­set­zt, die zunächst über Fried­land nach Dud­er­stadt kam und dort die Hauptschule besuchte. Dann zur Realschule wech­selte und später das Gym­na­si­um besuchte, wo sie sie 2018 das Abitur machen kon­nte. Heute studiert sie Jura in Göt­tin­gen.

Das Pro­jekt wird unter­stützt vom Land­kreis Göt­tin­gen, der Car­i­tas und dem Fördervere­in des Eichs­feld-Gym­na­si­ums.

Ausstel­lungseröff­nung: Dien­stag, 25. Juni 2019, 19 Uhr, Eichs­feld-Gym­na­si­um, Dud­er­stadt.

[egd-channel] „Man sagt mir auch nach, dass ich mich im Gin-Bereich relativ gut auskenne”

Herr Thus­tek, warum sind Sie Lehrer gewor­den?

Ich habe eigentlich schon immer Lust auf die The­men gehabt, die ich dann später studiert habe. Also Geschichte, Poli­tik und Reli. Das hat mir eigentlich immer gut gefall­en. Außer­dem habe ich immer gern mit jun­gen Leuten gear­beit­et. Ich komme ja so ein biss­chen aus der kirch­lichen Jugen­dar­beit und hab generell schon immer gerne mit Jugendlichen gear­beit­et. Das war so ein­er der wesentlichen Gründe.

Was hat Sie dazu bewegt, Koor­di­na­tor des 10. & 11. Jahrgangs zu wer­den?

Mit meinem Vorgänger Bern­ward Wucherpfen­nig habe ich schon ganz lange, bevor ich in diese Posi­tion gekom­men bin, zusam­mengear­beit­et. Ich war sozusagen der HiWi. Und da habe ich viel mit­bekom­men, wie das alles so läuft und das hat mich let­z­tendlich sehr inter­essiert. Also ger­ade die Beratung, was macht man nach der 10? Geht man in die gym­nasiale Ober­stufe? Was macht man danach? Das sind so The­men, die Jugendliche ganz schön rumtreiben. Das ist so eine der ersten wichti­gen Entschei­dun­gen.

Find­en Sie die Ver­ant­wor­tung als Koor­di­na­tor zu groß?

Ach, eigentlich nicht. Also es ist ja so, dass man mit seinen Auf­gaben wächst. Ich bin ja lange im Gren­z­land­mu­se­um gewe­sen und komme aus einem Eltern­haus, in dem Ver­ant­wor­tung sehr groß geschrieben wurde und da hat­te ich eigentlich keine Angst vor. Das ist eher so, dass man eine Auf­gabe bekommt und ver­sucht sie angemessen zu bewälti­gen.

Was sind Ihre alltäglichen Auf­gaben in der Koor­di­na­tion von 10 & 11?

Das ist hier ja ganz oft der Hotspot, wenn Prob­leme auflaufen. Man ist ja eigentlich immer sehr viel mit Men­schen zusam­men, mit denen man eine Lösung find­en muss. Das sind dann die, die nicht so gut in der Schule sind, die Prob­leme haben oder die eine Info brauchen. Hier kom­men viele Leute zusam­men, die nicht weit­er­wis­sen. Dann gibt es noch einen großen Strauß von Auf­gaben. Die Koor­di­na­tion von 10 und 11, die Abschlüsse. Dann mach ich noch mündlich­es Abi; das plane ich noch durch. Die Koor­di­na­toren schaf­fen im Hin­ter­grund sozusagen das Gerüst.

Hat­ten Sie noch andere Beruf­swün­sche?

Also ich hätte mir nach dem Abi schon einiges vorstellen kön­nen. Ich meine, ich bin ja elf Jahre in einem Muse­um gewe­sen, hab da eine päd­a­gogis­che Leitung gemacht, war lange Jahre an der Uni. Also ich kon­nte einige Sachen so neben­her machen. Und als ich jünger war, hätte ich mir gut vorstellen kön­nen, Kam­era­mann zu wer­den oder zum Radio zu gehen. Aber ich kam auch so aus der blanken Prov­inz und hat­te eigentlich so gut wie keine Anknüp­fungspunk­te an eine kul­turelle Welt. Ich glaube, wenn ich in Ham­burg großge­wor­den wäre, dann wäre alles bes­timmt noch ein wenig anders gewor­den.

Was sind Ihre Hob­bys?

Ein Hob­by von mir ist, dass ich gerne und viel koche. Ich habe einen Camp­ing­bul­li, mit dem ich gerne durch die Gegend fahre. Ich lese viel. Außer­dem mag ich Berlin sehr gerne. Ich finde, Berlin ist ein­fach eine coole Stadt. Man sagt mir auch nach, dass ich mich im Gin-Bere­ich rel­a­tiv gut auskenne.

Was war der schön­ste Moment in Ihrer Lehrerlauf­bahn?

Ach da gibt es mehrere. Ich habe mal eine Schü­lerin gehabt, die in ein­er Reliprü­fung sehr cool mit einem Text umge­gan­gen ist. Da dachte ich, die muss gar nicht studieren, die ist schon so klug. Da bin ich aus der Prü­fung gegan­gen und dachte, auf jeden Fall 15 Punk­te. Da geht nicht mehr viel nach oben. Alle Achtung, dass das jemand so kann!

Was ich schön finde ist, dass sich Ehe­ma­lige immer mal melden und erzählen, was aus ihnen gewor­den ist. Oder dass man mal einen Kaf­fee trinkt oder abends unter­wegs ist. Das finde ich ganz nett, wenn der Kon­takt nicht abbricht. Es gibt hier viele kluge Leute, die sind auch ganz gut ori­en­tiert. Wenn ich dann einen Anteil dran haben kann, dann finde ich das eigentlich ganz gut.

Sind Ihnen in Ihrer Lehrerlauf­bahn pein­liche Dinge passiert?

Also es gibt ja immer wieder witzige oder pein­liche Sachen. Dass ich mal einen Pullover falsch rum anhat­te. Oder, dass man auf­ste­ht und merkt, dass der Hosen­stall offen war. Da kann man dann auch ganz gut drüber lachen. Ich habe mal eine Sache erlebt: da hat mir eine Kol­le­gin ihren Kaf­fee über Hemd und Sakko gekippt und da hat­te ich danach noch einen Ter­min. Da habe ich mir dann von Markus Freck­mann ein altes T-Shirt geliehen, damit ich einiger­maßen aus­sah.

Warum haben Sie das EGD gewählt?

Als ich Lehrer wurde, kon­nte man sich die Schulen eigentlich nicht aus­suchen. Da war man froh, dass man eine Stelle bekom­men hat. Mein Vater hat mir damals gesagt: „Willst du da wirk­lich hinge­hen, das ist echt weit weg.“ Das habe ich nie so gese­hen, obwohl ich sagen muss, dass die Eichs­felder es Men­schen, die von außen kom­men, nicht immer so leicht­machen. Also die Schüler nicht so, aber, wenn man das Ganze betra­chtet, ist es schon manch­mal speziell.

Was haben Sie am Lehrerberuf am wenig­sten erwartet?

Also als ich studiert habe und die erste Zeit im Ref­er­en­dari­at war, habe ich nicht erwartet, dass man so viel kor­rigieren muss und dass Schule auch ganz viel Ver­wal­tung hat.

Gibt es irgendwelche Lehrerk­lis­chees, die auf Sie zutr­e­f­fen?

Als ich Schüler war, dachte ich, manche Lehrer sind ja echt ver­peilt. Ich ertappe mich aber, je älter ich werde, oft dabei, dass ich in den Unter­richt komme und erst­mal ein paar Minuten brauche, um mich zu sam­meln. Da hat­te man eben erst eine 7. Klasse in Reli und danach ne 12. Klasse in Geschichte und dann hat man noch Sem­i­nar­fach. Man muss immer ganz gut umswitchen.

Was waren Ihre Hass- und Lieblings­fäch­er?

So richtige Has­s­fäch­er hat­te ich eigentlich nicht. In mein­er Schulzeit hat­te ich aber keine guten Lehrer in Physik oder Math­e­matik und das hat mir große Schwierigkeit­en bere­it­et. Das kon­nte ich erst im oder nach dem Studi­um auflösen. Dafür hat­te ich gute Lehrer in Geschichte, Reli, Sozialkunde. Da hat­te ich dann auch mehr Spaß.

Was für ein Abitur­pro­fil haben Sie gewählt?

Ich hat­te Geschichte, Englisch, Bio und Deutsch.

Welche Klassen­stufe unter­richt­en Sie am lieb­sten?

Ich dachte eigentlich, dass ich die Ober­stufe sehr gerne unter­richte, aber im Moment habe ich eine 7. Klasse in Reli und die habe ich auch ein biss­chen in mein Herz geschlossen. Die sind auch total indi­vid­u­al­is­tisch, aber so auf ihre Art auch nett.

Wie lange fahren Sie schon beim Pole­naus­tausch mit und was gefällt Ihnen am besten?

Ich mach den jet­zt seit 20 Jahren. Also was mir so am besten gefällt, ist die Völk­erver­ständi­gung. Ich denke, dass es wichtig ist, junge Leute miteinan­der in Kon­takt zu brin­gen. So kön­nen sie Unter­schiede, aber auch Gemein­samkeit­en ent­deck­en. Und ich hoffe, dass die poli­tis­che Lage in Polen uns keinen Strich durch die Rech­nung macht, aber ich bin da rel­a­tiv opti­mistisch, dass das noch ein wenig weit­erge­ht. Mit Mar­tin Bereszyn­s­ki und Ani­ka Hart­mann haben wir auch ein gutes Lehrerteam.

Freuen Sie sich auf die Eltern­sprech­tage?

Ach ja, eigentlich schon. Also beim Eltern­sprech­tag ist es echt sehr span­nend mal die Eltern ken­nen­zuler­nen. Oft­mals kom­men ja lei­der nur die Eltern, die man schon ken­nt oder wo die Schüler gut sind. Die anderen trauen sich vielle­icht nicht so. In der Schule ist Elternar­beit aber, mein­er Mei­n­ung nach, sehr wichtig. Da ist auch ein Tag der offe­nen Tür sehr hil­fre­ich. Als Lehrer ist man doch sehr isoliert in seinen Fäch­ern und wenn man dann mal in die Musik oder Physik geht, sieht man wie bre­it eine Schule gefächert ist.

Gibt es Insid­er im Lehrerz­im­mer?

(lacht) Über Schüler? Klar. Also ein Lehrerz­im­mer ist im Grunde so, wie der Ober­stufen­raum, nur auf einem anderen Niveau. Natür­lich spricht man über Schüler oder andere Lehrer, das ist aber sicher­lich ganz nor­mal. Ich hoffe, dass das immer ganz pro­fes­sionell stat­tfind­et.

Einladung zum Benefizkonzert: Classic meets Rock

Liebe Fre­undin­nen und Fre­unde des Eichs­feld-Gym­na­si­ums, des Rotary Clubs und der Musik,

am Son­ntag, 26. Mai 2019, um 17:00 Uhr trifft das Orch­ester der Eichs­felder Musikschule im Forum des Schulzen­trums auf die Band TM6.

Das musikalis­che Ergeb­nis, „Clas­sic meets Rock“, unter­stützt als Bene­fizkonz­ert ein gemein­sames Pro­jekt der Bergschule Heil­bad Heili­gen­stadt und des Eichs­feld-Gym­na­si­ums anlässlich des 30. Jahrestages des Mauer­falls.

Schü­lerin­nen und Schüler der bei­den Gym­nasien begeg­nen der gemein­samen Geschichte an aus­gewählten lan­deskundlichen und kul­turgeschichtlichen Orten, wis­senschaftlich begleit­et durch die Uni­ver­sitäten Leipzig und Göt­tin­gen.

Genießen Sie gemein­sam mit Fre­un­den, Bekan­nten und Ver­wandten diesen Ohren­schmaus und unter­stützen Sie mit Ihrer Anwe­sen­heit unser Pro­jekt.

Mit fre­undlichen Grüßen

Thomas Neben­führ
Eichs­feld-Gym­na­si­um

Bernd Leon­hard
Schulel­tern­rat

Michael Osburg
Fördervere­in

 

Heldengeschichte wird lebendig – Seine 200 Waisenkinder begleitete Janusz Korczak freiwillig in den Tod

Janusz Kor­czak (um 1930), Quelle: Wiki­me­dia Com­mons, geme­in­frei

Die Schü­lerin­nen und Schüler der Klassen 11a und 11e fol­gten am Dien­stag, den 13.11.2018 der szenis­chen Lesung über den pol­nis­chen Kinder­arzt Janusz Kor­czak in der Medio­thek des Eichs­feld-Gym­na­si­ums.

Die bei­den Schaus­piel­er Jan Reinartz und Jaque­line Sophie Mendel vom Jun­gen The­ater in Göt­tin­gen bracht­en den Jugendlichen die Geschichte über den Leit­er des jüdis­chen Waisen­haus­es im Warschauer Ghet­to, der seine Kinder frei­willig ins Ver­nich­tungslager begleit­ete, näher. Sie berichteten in ein­er Kom­bi­na­tion aus Lesung und szenis­chem Spiel über die Sit­u­a­tion der pol­nisch-jüdis­chen Bevölkerung im Ghet­to 1942.

In der verkürzten Fas­sung des Stücks „Kor­czak und die Kinder“ nah­men die bei­den Schaus­piel­er ver­schiedene Rollen ein. Was vor­erst für Ver­wirrung sorgte, hin­ter­ließ im Nach­hinein großen Ein­druck.

Von der ersten Durch­führung der szenis­chen Lesung, die durch die Deutsch-Pol­nis­che Gesellschaft ermöglicht wurde, wur­den die Schü­lerin­nen und Schüler sowohl gedanklich als auch emo­tion­al erfasst und nah­men prä­gende Ein­drücke mit.

Autorin: Emi­ly Demuth (11a)

 

Die Ver­anstal­tung wurde fre­undlicher­weise von der Deutsch-Pol­nis­chen Gesellschaft in Göt­tin­gen unter­stützt.