Historischer Schritt: HSR und EGD tauschen Gebäudehälften
Duderstadt. Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist laut offizieller Mitteilung der Schulleitungen beschlossene Sache: Das Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (EGD) und die benachbarte Heinz-Sielmann-Realschule (HSR) werden zum kommenden Schuljahr ihre Gebäudehälften tauschen. Die Maßnahme soll ganz im Sinne von Schulentwicklung „organisatorische Synergien freisetzen und den Schulalltag modernisieren“.
Einer der Hauptgründe: der tägliche Fußweg der Lehrkräfte. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen pendeln noch immer mit dem Auto zwischen EGD Junior und Hauptgebäude. Durch den Tausch sind sie künftig deutlich schneller am Parkplatz – das spart Zeit und Nerven“, erklärt EGD-Schulleiter Steffen Hartmann. Doch damit nicht genug: Laut interner Planung sollen durch die neue Aufteilung auch Geräuschpegel besser verteilt werden. Während die naturwissenschaftlichen Experimente des Gymnasiums bislang für gelegentliche „Überraschungseffekte“ sorgten, erhofft man sich nun eine gleichmäßigere Lärmbalance. Zudem wird argumentiert, dass die unterschiedlichen Schulformen voneinander profitieren könnten – zumindest räumlich.
HSR-Schulleiter Stefan Hoppe sieht in dem Schritt vor allem pädagogische Chancen: „Wir rücken enger zusammen – auch wenn wir uns physisch ein Stück verschieben. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für neue Perspektiven im Schulalltag. Damit knüpfen wir auch an unsere WG-Parties der letzten zwei Jahre an, die das freundschaftliche Miteinander der zukünftig drei Kollegien bereits deutlich gestärkt haben.“
Für Gesprächsstoff sorgt allerdings die Frage der sogenannten „Juckepunkte“. So ist derzeit noch unklar, welche Schule das heiß begehrte Forum nun ihr Eigen nennen darf. „Hier arbeiten wir noch an einer tragfähigen Lösung“, stellt Hartmann fest. Hoppe ergänzt: „Es war schon immer das Forum der Realschule; hier haben wir die Prärogative.“
Weiter bleibt abzuwarten welche Schule sich in welcher Hälfte „heimischer“ fühlen wird – und ob das Gymnasium künftig symbolisch näher an der Realschule oder umgekehrt angesiedelt ist. Erste Stimmen aus der Schülerschaft fragen bereits, ob sich dadurch auch Mathearbeiten „umverteilen“ lassen.
Pünktlich zur Einweihung des Neubaus und dem Ende des Pendelns sollen die Gebäude aber wieder zurückgetauscht werden.




