Unter diesem Schlag­wort wer­den die Beiträge der Fach­schaft Biolo­gie gesam­melt.

Beiträge

Gymnasiasten erklären BBS Schülern Experimente

5 Jahre Schulwald

Am 09.11. ist unser Schul­wald im Damwild-Gehege der Heinz-Siel­mann-Stiftung fünf Jahre alt gewor­den. Die große Pflan­za­k­tion 2013 haben über 250 Schü­lerin­nen und Schüler mit Lehrkräften und Eltern mit­gemacht. Einige von den­jeni­gen, die heute im Jahrgang 10 sind, waren damals in der 5.Klasse und haben fleißig mit gebud­delt. Anfangs waren die Bäum­chen 50 cm hoch und es war mehr Wiese als Wald zu sehen.

EGD-Schul­wald, Sep­tem­ber 2018, Fotos: Ulrike Sänger

In diesem Jahr haben ca. 80 Schüler/innen des Jahrgangs 12 ihre Waldexkur­sion in den Schul­wald gemacht und mith­il­fe der Wal­dApp dig­i­tal die Entwick­lung der 25er-Baum­grup­pen doku­men­tiert. Die Traubene­ichen, Hain­buchen und die anderen Bäume der Jahre haben sich trotz der großen Trock­en­heit gut entwick­elt.

Unser Schul­wald ist ins Schul­pro­gramm aufgenom­men wor­den und wird ab und an im Biolo­gie-Unter­richt besucht. In der Kursstufe beim The­ma Ökosys­tem Wald ist er Pflicht.

Wir möcht­en den „Geburt­stag“ im kom­menden Som­mer noch gebührend feiern.

(Astrid Thi­elecke)

 

[egd-channel] “Da habe ich mit dem Klassenbuch den Brand ausgeschlagen.”

Frau Gschwendt­ner- Kam­per, warum sind Sie Lehrer gewor­den? 

Ich wollte mich mit Kindern beschäfti­gen. Daher habe ich nach mein­er Kon­fir­ma­tion Kinder­gottes­di­en­ste durchge­führt, um auszupro­bieren, ob ich mit Kindern umge­hen kann. Obwohl ich nicht sin­gen kann. (lacht). Dann habe ich auch mal eine Jugend­gruppe geleit­et und ich hat­te in der Grund­schule die Schüler­bücherei. (lacht). Ich habe auch da schon Nach­hil­fe gegeben. Also für die, die nicht gut lesen kon­nten, mit denen habe ich geübt, während die Mitschüler am nor­malen Unter­richt teilgenom­men haben.

 

Welch­es Fach unter­richt­en Sie am lieb­sten?

Bio. (lacht) Ja, Chemie hat sich so ergeben. Ich wollte nicht so ein­seit­ig sein und habe mit Deutsch und Bio ange­fan­gen, aber Lehramt Realschule in Göt­tin­gen. Aber dann wollte ich aus per­sön­lichen Grün­den nach Regens­burg wech­seln und da gab es nur die Stu­di­enkom­bi­na­tion Bio und Chemie für das Lehramt Gym­na­si­um. Deswe­gen unter­richte ich jet­zt Bio und Chemie.

 

Gibt es denn eine Klassen­stufe, die Sie am lieb­sten unter­richt­en?

Nö, das ist egal. Wenn ich länger nach­denke, dann macht mir der Unter­richt in mein­er jet­zi­gen TG am meis­ten Freude.

 

Wird es nicht lang­weilig immer die gle­ichen The­men zu unter­richt­en?

Nein, ich kann ja zu einem The­ma immer wieder andere Beispiele nehmen, je nach­dem, wie das in der Klasse ist, welche Fra­gen die Schüler haben. Ich habe keinen fes­ten Rah­men, wonach ich vorge­hen muss. Natür­lich beachte ich die schulin­ter­nen Kern­cur­ric­u­la, aber ich bin flex­i­bel in der Fes­tle­gung der Rei­hen­folge der Unter­richt­sein­heit­en, dies ist in Bio eher möglich als in Chemie. Zudem ändert sich ja per­ma­nent, d.h. alle 5 Jahre das Kern­cur­ricu­lum und so kom­men andere Anforderun­gen, z.B. Bew­er­tung und immer andere Meth­o­d­en dazu, z.B. selb­st­ges­teuertes Ler­nen. Bis jet­zt ist es mir über­haupt nicht lang­weilig. Im Gegen­teil, ich merke, dass ich auch immer wieder Neues ler­nen kann. Außer­dem habe ich mehrere Jahre die Schule von ein­er anderen Per­spek­tive ken­nen­gel­ernt, ich war 5 Jahre stun­den­weise abge­ord­net an die Lan­dess­chul­be­hörde Braun­schweig und habe Schulen aller Schul­for­men berat­en und Lehrerfort­bil­dun­gen zur Umwelt­bil­dung mit Mul­ti­p­lika­toren, Umweltschulen, Umweltzen­tren und Förstern durchge­führt. Und als Koor­di­na­torin habe ich mich neben den anderen Auf­gaben wie z.B. Schul­buchauslei­he mit ver­schiede­nen Pro­jek­ten befasst, zulet­zt mit dem Kli­maschutz- und Nach­haltigkeit­spro­jekt. Als Mit­glied der Steuer­gruppe befasse ich mich mit der Schu­len­twick­lung des EGD.

 

Wie lange sind Sie schon an unser­er Schule?

30 Jahre, wenn’s reicht. Im Jan­u­ar 1986 habe ich am EGD als Feuer­wehrlehrerin ange­fan­gen, ohne schriftlichen Ver­trag, der kam 2 Wochen später. Zwis­chen­drin war ich 2 Jahre in Göt­tin­gen am HG, seit Som­mer 1988 fest am EGD.

 

Wenn Sie irgend­was an unser­er Schule ändern kön­nten, was wäre es?

(über­legt) Andere Räum­lichkeit­en, also größere Flure, dass man bess­er in Grup­pen arbeit­en kann und die Tis­che bess­er umstellen kann. Irgend­wie mehr Platz, wenn es gin­ge. Und, das kann ich auch nicht, da müsste ich Kul­tus­min­is­ter sein, die Klassen klein­er machen, max­i­mal 25 und nicht 32 Schüler.

 

 

Gab es ein­mal einen Moment, in dem Sie ohne Lösungs­buch nicht weit­er­wussten?

Klar, das gibt’s immer. Ja, (lacht) dann sage ich, da wird ein Refer­at draus gemacht. Aber das passiert, das ist ja Bio, das ist ziem­lich kom­plex und das Wis­sen erweit­ert sich ständig.

 

Sind Ihnen als Lehrerin schon ein­mal pein­liche Sachen passiert?

Wenn ich meine, über etwas genau Bescheid zu wis­sen und dann fest­stellen muss, dass es ist nicht so ist. Gut ist es dann, wenn die Schüler den Mut auf­brin­gen und mir sagen, dass ich einen Fehler mache. Manch­mal denke ich nach dem Unter­richt, das hätte ich anders machen sollen oder kön­nen.

 

Freuen“ Sie sich auf die Eltern­sprech­tage?

Ich freue mich, wenn die Eltern mit ihren Kindern kom­men und wenn man sich gut unter­hal­ten und seine Mei­n­un­gen aus­tauschen kann.

 

Was sind die häu­fig­sten The­men im Lehrerz­im­mer?

Bei den Biolo­gen ist es oft der Erfahrungsaus­tausch über Meth­o­d­en,  Unter­richt­s­the­men und Unter­richts­be­din­gun­gen oder über das, was vom Kul­tus­min­is­teri­um an Auf­gaben an die Lehrer herange­tra­gen wird, neben Neuigkeit­en und Tratsch .

 

Welche Schule haben Sie besucht?

Das jet­zige Theodor-Heuss-Gym­na­si­um in Göt­tin­gen.

 

Was sind Ihre Hob­bys?

Ich reite draußen in der Natur. Das ist für mich eine Entspan­nung und auch eine Med­i­ta­tion. Beim Reit­en bin ich gezwun­gen auf das Pferd zu reagieren. Außer­dem lese ich gerne his­torische Krim­is.

 

Was war das Lustig­ste, was Sie von einem Schüler gehört haben?

Ich weiß nicht, ob es lustig war, aber darüber war ich über­rascht. Ich habe jeman­dem im Ver­set­zungszeug­nis in der 10. Klasse eine fünf in Chemie gegeben und der ist in der elften angekom­men und hat gesagt: „Frau Gschwendt­ner, das war richtig.“ Ich wusste erst nicht, ob er das ernst meint. Er hat mir dann erzählt, dass er jet­zt „was für die Schule bzw. in seinem Bio-Kurs macht“ und sich vor allem mündlich viel mehr beteiligt und auch die Hausauf­gaben erledigt.

 

Kön­nen Sie sich an Ihre schlecht­este Note erin­nern?

Ich habe in Deutsch eine fünf bekom­men, weil ich ein Sprich­wort falsch inter­pretiert habe, indem ich nur ein falsches Wort benutzt habe. In Latein habe ich jeman­den abschreiben lassen und wir wur­den erwis­cht. Dann hat­ten wir bei­de natür­lich eine Sechs.

 

Was ist das Schlimm­ste, was Ihnen bei einem Ver­such passiert ist?

Da habe ich mit dem Klassen­buch den Brand aus­geschla­gen. Das hat gut als Bran­dlösch­er funk­tion­iert, es blieb unbeschädigt.

Vortrag: Nährstoffdynamik im Seeburger See

Am 8. Dezem­ber 2017 hielt Frau Dr. Heim von der Fakultät für Geowis­senschaften und Geo­gra­phie der Uni­ver­sität Göt­tin­gen einen Vor­trag zum The­ma „Nährstoff­dy­namik im Seeanger und See­burg­er See“.

Zuhör­er waren die Bio-Leis­tungskurse des 12. Jahrgangs. Frau Dr. Heim erläuterte in ihrem Vor­trag die Phos­phat­dy­namik in Zusam­men­hang mit den seit 2005 gehäuft auftre­tenden Algen­blüten, die zu Bade­ver­boten führten. Mit ein­er Gruppe Stu­den­ten unter­suchte sie ver­schieden­ste Stan­dorte rund um den See­burg­er See, von der Aue-Quelle bis zum See, im Jahr 2016 sowie 2017. Auf der Grund­lage dieser Unter­suchun­gen wer­den Maß­nah­men zur Sanierung des See­burg­er Sees mit der Unteren Naturschutzbe­hörde und dem Zweck­ver­band See­burg­er See disku­tiert.

Weit­er­führende und ver­tiefende Infor­ma­tio­nen

Vortrag zur Nährstoffdynamik im Seeanger und Seeburger See

Im Süden Nieder­sach­sens im Land­kreis Göt­tin­gen befind­et sich der See­burg­er See. Er gehört im West­en zur Gemeinde See­burg und im Osten zur Gemeinde Bern­shausen. Die Aue fließt von West­en nach Osten durch den See, dann in die Suh­le und dann in die Rhume. Ent­standen ist der See vor cir­ca 10.000 Jahren als Erd­fallsee durch Auswaschung eines Stein­salz­s­tocks aus der Zech­steinzeit. Unter Naturschutz ste­ht der See­burg­er See seit 1976.

2005 gab es die erste Algen­blüte im See­burg­er See. Mögliche Ursachen wur­den 2016/2017 näher unter­sucht.

Phos­phat ist ein das Algenwach­s­tum begren­zen­der Min­i­mum­fak­tor. Durch den Ver­gle­ich der Mess­werte an ver­schiede­nen Proben-Stan­dorten fiel auf, dass der Phos­phat­ge­halt im Sep­tem­ber 2016 kurz vor dem Zufluss der Aue in den See­burg­er See sehr stark anstieg und erst wieder nach dem Abfluss des Sees abnahm. Die Ursache für die hohen Phos­phat­ge­halte war stark­er Regen, der eine Über­flu­tung des Gras­es des Seeangers und auch der Aue mit sich brachte, da das Wehr vor dem See­burg­er See den raschen Ablauf des Wassers ver­hin­derte. Durch die nicht vorhan­dene Strö­mung entwick­el­ten sich auf­grund von Sauer­stoff­man­gel Fäul­nis­prozesse, wodurch Nitra­tio­nen (NO3-) in Ammo­ni­u­mio­nen (NH4+) umge­wan­delt wur­den. Durch die anaer­oben Bedin­gun­gen wurde zusät­zlich lös­lich­es Phos­phat aus dem Sed­i­ment freige­set­zt, sodass der hohe Nährsalzge­halt zusät­zlich ver­stärkt wurde.

Unter einem Mikroskop wur­den die Algen, die die Algen­blüte her­vor­rufen, näher unter­sucht. Dabei wurde fest­gestellt, dass es sich um Blaual­gen oder Cyanobak­te­rien han­delt.

Beson­ders das Cyanobak­teri­um Micro­cys­tis ist gefährlich für Men­schen, ins­beson­dere für Kleinkinder, denn Micro­cys­tis schei­det ein Ner­vengift aus, das den Atem­muskel block­iert und im schlimm­sten Fall, d.h. ab ein­er gewis­sen Konzen­tra­tion, zum Tod führen kann.

Wieso ist aber vor der im August auftre­tenden Algen­blüte der Cyanobak­te­rien zuerst im Früh­jahr ein ver­mehrtes Wach­s­tum von Grü­nal­gen zu beobacht­en? Das lässt sich ganz leicht erk­lären: Im Früh­jahr gelangt Nitrat von den Feldern in das Wass­er. Das Nitrat regt das Wach­s­tum der Grü­nal­gen an.

Wenn Nitrat (NO3-) aufge­braucht ist, also das See­wass­er weniger Nährsalze enthält, fix­ieren die Cyanobak­te­rien mit Hil­fe von speziellen Zellen, den Het­e­ro­cys­ten, Stick­stoff (N2) aus der Luft. Sie wan­deln den Stick­stoff wieder in Nitrat um, sodass genü­gend Nährsalze für ihr Wach­s­tum zur Ver­fü­gung ste­hen, dessen Folge in Form der Algen­blüte zu beobacht­en ist.

Das Ver­hält­nis der Algen­bio­masse im See­burg­er See ist C:N:P = 106:16:1, d.h. ein Molekül Phos­phat hat die Wirkung von 16 stick­stoffhalti­gen Molekülen, die den Auf­baue von 106 organ­is­chen Molekülen bewirken. Dies Ver­hält­nis verdeut­licht die Bedeu­tung von Phos­phat als Min­i­mum­fak­tor in dem sehr nährsalzhalti­gen See.

Jedoch ist nicht nur der Phos­phat­ge­halt des See­burg­er Sees auf­fäl­lig. Auch der Sauer­stof­fge­halt ist im Som­mer auf­grund viel­er sauer­stof­fver­brauchen­der Auf- und Abbauprozesse extrem niedrig. Zusät­zlich sinkt der Sauer­stof­fge­halt in Folge ein­er raschen Erwär­mung der durch den rena­turi­erten Seeanger fließen­den Aue, da bei hohen Tem­per­a­turen der Gehalt an gelösten Gasen im Wass­er abn­immt. In heißen Som­mer­monat­en, z.B. im August 2016, ist das Wass­er der Aue auf 20 Grad Cel­sius aufge­heizt. Das Wass­er kühlt auf dem Weg zum See­burg­er See nicht ab. Die Folge davon ist, dass der schon auf­grund sein­er gerin­gen Tiefe (1,5 – 4m) aufge­heizte See, zusät­zlich mit warmem Wass­er gespeist wurde.

So ist der See arte­n­arm, da O2-sen­si­ble Arten fehlen.

Zusam­men­fassend kann man sagen, dass Seeanger und See­burg­er See alle Merk­male von überdüngten (poly­tro­phen) Gewässern aufzeigen: hohe Nährsalzkonzen­tra­tio­nen, braune Wasser­farbe auf­grund viel­er Trüb­stoffe, Arte­n­ar­mut, geringe Sauer­stof­fkonzen­tra­tion, hohe Wassertem­per­a­turen.

2016 war ein sehr warmer Som­mer, in dem eine frühe Algen­blüte durch die hohe Phos­pha­trück­lö­sung verur­sacht wurde. Auf­grund der vie­len Blaual­gen wurde ein Bade­ver­bot aus­ge­sprochen. Jedoch gab es 2016 wenig Zufluss von der Aue. 2017 hinge­gen gab es im Som­mer viel Regen und es war rel­a­tiv kühl. Anders als im ver­gan­genen Jahr gab es dieses Jahr einen hohen Zufluss aus der Aue. Das Wass­er war PO4- reich und sul­fidisch durch den ges­taut­en Seeanger. Erst durch den starken Regen fand eine Verdün­nung statt. 2017 gab es eine späte Algen­blüte im Sep­tem­ber durch das PO4- reiche Wass­er.

Das Prob­lem des Bade­ver­botes auf­grund der Algen­blüten kön­nte man lösen, indem eine Ursache der massen­haften Ver­mehrung der Cyanobak­te­rien beseit­igt wer­den würde: der See kön­nte z.B. aus­ge­bag­gert wer­den. Wenn er tiefer würde, würde er sich nicht mehr so schnell erwär­men. Die dicke Schlamm­schicht mit den enthal­te­nen sed­i­men­tierten Nährsalzen würde eben­falls ent­fer­nt. Allerd­ings wäre dies sehr kost­spielig und die Umset­zung würde länger dauern. Es gibt ver­schiedene Möglichkeit­en so eine Aus­bag­gerung durchzuführen.

Des Weit­eren wäre es gut, wenn die umliegen­den Land­wirte durch die Bear­beitung der Felder dafür sor­gen wür­den, dass wenig bis kein Nitrat in den See gelangt.

Inwieweit diese Maß­nah­men eine Eutro­phierung mit den Fol­gen der Algen­blüten ver­hin­dern bzw. abschwächen, wäre zu beobacht­en. Blaual­gen kön­nen näm­lich ein­er­seits ungün­stige Bedin­gun­gen als Dauer­sta­di­en über­leben, sich aber auch mit Hil­fe der Het­e­ro­cys­ten selb­st mit nöti­gen Nährsalzen ver­sor­gen.

Zusam­men­fas­sung auf der Grund­lage von Leonies Pro­tokoll von Gsw und Kum am 19.12.2017

 

Aktionswoche zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Das Eich­felder-Tage­blatt berichtet in sein­er Aus­gabe vom Don­ner­stag, den 17. Novem­ber über die am EGD laufende Aktionswoche zum The­ma Kli­maschutz und Nach­haltigkeit.