Mindestens so skurril wie Victor Frankenstein – Besuch des Englisch eA DOS im Theater

,,Ich weiß nicht, ob ich heute Nacht ruhig schlafen kann“- eine der unmittelbaren Reaktionen auf das Theaterstück ,,Frankenstein oder eine Frischzellenkur“ des Staatstheaters in Hannover. Am 05.05.2022 fuhr der Englisch Leistungskurs Jahrgang 12 von Frau Dossmann in die niedersächsische Hauptstadt, um eine Inszenierung von Mary Shelleys Schauerroman ,,Frankenstein“ (1816) zu schauen. Die Aufführung fand im Ballhof 1, eine Außenstelle des Staatstheaters die sich auf moderne Inszenierungen spezialisiert, statt. Mit der Regionalbahn fuhr der Kurs in Begleitung von Frau Dossmann, Frau Arend, Frau Engel und Frau Bethke nach Hannover und nach einer Wegzehrung und einigen angenehmen Gesprächen startete die Vorstellung um 19:30 Uhr.

Präsentiert wurde die Handlung von fünf jungen Schauspielern, die als Mary Shelleys Gehirnzellen einen Einblick in die Entstehung und die Idee des Romans gaben und später in verschiedenste Charaktere wechselten. Im originalen Roman wird die Geschichte des jungen Wissenschaftlers Victor Frankenstein erzählt, der sich daran erprobt, aus Leichenteilen einen Menschen zusammenzusetzen und diesen Körper später durch Elektrizität zum Leben zu erwecken, woraus ein unkontrollierbares Monster entsteht. Zentrale Themen sind also das Verhältnis von Schöpfer und Schöpfung sowie die Verantwortung und Ethik der Wissenschaft. Dieser Gedanke fand sich auch im Theaterstück wieder – zumindest im weitesten Sinne. Hierbei wurde die Problematik auf die moderne Gesellschaft übertragen, das Verhältnis von Schöpfer und Schöpfung fand sich im Verhältnis zwischen Menschen und Planet wieder. Eine große Rolle spielte der Klimawandel, das Einstehen für die eigene Schöpfung, also auch die eigenen Kinder, und die Übertragung von Verantwortung gegenüber der Umwelt auf nachfolgende Generationen. Für den ein oder anderen Zuschauer der Vorstellung war diese Ausschmückung der ursprünglichen Idee Shelleys ein wenig ,,too much“, andere Kursteilnehmer fanden die hektische und komplexe, beinahe chaotische Vorstellung sehr beeindruckend. Eins ist auf jeden Fall klar: dieser Abend regt zum Nachdenken an. Zum einen darüber, ob man ein Fan von modernen Inszenierungen ist, zum anderen über Thematiken wie Umweltschutz, Feminismus, Veganismus und viele weitere von der Gesellschaft kritisch betrachteten Bereiche.

Egal wie die Vorstellung des Theaterstücks erlebt wurde, hatten Kurs und Lehrkräfte zusammen auf jeden Fall sehr viel Spaß auf der kleinen Reise aus dem Eichsfeld-Gymnasium und an den angeregten Gesprächen nach der Aufführung. Ausblick auf Neues: Am 25.05.22 besuchen die Deutsch Kurse des Jahrgangs 12 eine klassische Inszenierung von Heinrich Manns ,,Der Untertan“ (1918) im Deutschen Theater in Göttingen.

Kriegslyrik im Unterricht und der Ukraine Konflikt

Die Geschehnisse in der Ukraine bewegen uns alle derzeit sehr. Die Tabletklasse 11b nahm die Ereignisse im Rahmen der Beschäftigung mit dem lyrischen Motiv des Krieges zum Anlass, um die eigenen Gefühle und Gedanken in Form von Gedichten zum Ausdruck zu bringen. Vorbild waren Kriegsgedichte aus der literarischen Epoche des Expressionismus, die die Schrecken des 1. Weltkriegs verarbeiten. Hier ihre Ergebnisse:

Spectaculum belli (Hannah Nele Otto)

Gesprengt die Ketten die ihn hielten,
Er wird der Welt ein Schauspiel bieten
Und unter des roten Blutes Schein,
Läutet er den ersten Akt nun ein.

Der Vorhang hebt sich, es raschelt der Wind,
Die Welt seine Bühne, das Schauspiel beginnt.
Zwei Länder, wie Brüder, ein Hass sie entzweit,
Der eine ist gierig, zum Kriege bereit.

Die Mutter des andren, schaut erst nicht zu,
Wollt sie nicht verlieren, die zerbrechliche Ruh.
Der Sohn dagegen, ist zu allem bereit,
Will nicht unterliegen, selbst wenns ihn zerreißt.

Des Schaffers Söhne, ihr Gackern schallt weit,
Furcht und Schrecken, ihr Ziel schon erreicht.
Die Frau des Krieges setzt lächelnd dabei,
Die Dramen der Liebe, ein ewiger Schrei.

Er ist zufrieden, löst Harmonia nun ab,
Vom hohen Berge, steigt der Kriegsgott herab.
Die Schreie, die Qualen, er lebt von der Not,
Am Ende siegt nur einer, sein Verwandter der Tod.

 

(Joel von Westernhagen und Felix Wanhoff)

Menschen sterben und werden verletzt

Schulen zerbombt und Kinder zerfetzt

Das Gewehr geladen, der Panzer rollt

Die Invasion war bewusst gewollt

 

Augen voller Angst, Menschheit voller schrecken

Kinder müssen Leichen abdecken

Tote Soldaten weit und breit

Der Vater Tot, die Tochter schreit

 

Gedicht zum Ukraine-Krieg (Julia Overkamp)

Und die Menschen laufen schnell,

Junge und Alte, doch es wird nicht hell.

Getreiben vom schrecklichen Widerhall,

Der Bomben und Granaten Schall.

 

Heimat und Häuser zerstört,

Hoffnung und Menschen für immer verstört.

Rauchschwaden dort am Horizont,

Wo der Feind hat seine Front.

 

Zusammenhalt ist jetzt gefragt,

Von allen, sonst weiß keiner Rat.

Schnelle Hilfe soll es geben,

Während in Odessa die Strände beben. 

 

Über Nacht kamen die Raketen,

Die Sirenen, das Feuer und das Beben.

Widerstand ist jetzt gefragt,

Der Zivilisten Stimme verzagt.

 

Der Westen muss sich nun entscheiden,

Helfen, kämpfen oder es lassen bleiben?

Die Einheit des Westens , stark wie nie,

Will den Bären zwingen in die Knie.

 

Cocktails fliegen durch die Nacht,

Kleine Beiträge in der großen Schlacht.

Als erstes stirbt die Wahrheit im Krieg,

Gefälschte Informationen bedeuten keinen Sieg.

 

(Hannah Woitinas)

Auf dem Weg da fließt das Rote Bunt

Neben dem Geschrei aus dem Untergrund

Und er wird uns holen über kurz oder lang

Weil er dem Kopf eines Irren entsprang

 

Und die Gäule, die er mit sich zieht

Von denen niemand durch die Schleier sieht

Folgen ihm ganz ohne Zauderei

Denn es sagt: So werden des Irrens Gegner frei

 

So lässt er Flüsse schnell erspringen

Und über meines Vaters Wange rinnen

Er reißt sie und mich von ihm fort

Weit weg von des Donners Ursprungsort

 

Der Krieg (Johanna Schaberg; Vanessa Overkamp)

Aus dem Osten kommt die Gefahr daher

der Frieden hält nicht lange mehr.

Die Vergangenheit neu entfacht

jetzt wird nicht länger gelacht.

 

Immer größer wird die Angst,

doch um Frieden noch gebangt.

Mit großen Schritten kommen sie näher

und die Hoffnung schwindet immer mehr.

 

Und der Westen sich erhebt,

kämpft, dass er überlebt.

graue Länder sich entscheiden,

Auf welcher Seite sie nun bleiben.

 

Grenzen werden überwunden,

viele Menschen gezwungen.

kämpfen um leben oder Tod

Frauen und Kinder in großer Not.

 

Der Frieden in ferner Sicht,

doch am Ende des Tunnels ein Licht

die letzte Hoffnung noch nicht erlischt.

Doch ewig ein dunkler Schatten aufs Land gewischt.

 

Kriegsgedicht (Lukas Bust)

 „Sirenen heulen entlang der langen Nacht

Ein Tyrann, unter vielen, hungert nach Macht

Die Welt zahlt den Tribut mit kochendem Blut

Zurück bleibt eine Nation in Feuers Glut

 

Die Angst der Welt, es folgt, das Grande Final!

Ein Koffer, Ein Knopf, Eine Bombe, Ein Knall!

Der Pilz steigt auf, Augen weinen. Es stirbt die Welt

Es steht: Das Produkt von zu viel Macht und Geld“.

 

Text und Zusammenstellung von Julian Radzinski

Latein-Projekt im YLAB: „Der gestohlene Schatz des Kaisers“

Am 14.01.22 nahm der Lateinkurs der Klasse 7a (zusammen mit Frau Bagus) an einem Latein-Projekt im YLAB der Uni Göttingen teil. Zum Inhalt:

„Oh Grau! Dem römischen Kaiser wurde ein wertvoller Schatz gestohlen! Seine Leibgarde erhielt den Auftrag, den Schatz (lat. thesaurus) wiederzufinden. Sollte die Leibgarde erfolgreich sein, hat der Kaiser eine üppige Belohnung versprochen. Da die Leibgarde aufgrund einer Seuche unterbesetzt war, brauchte sie dringend die Hilfe der 7a!“ So machten sich die Schülerinnen und Schüler der 7a auf den Weg, um Zeugen und Verdächtige zu befragen, hörte sich auf dem Forum Romanum um, traf auf Gladiatoren, Sklaven, Wächter, den Wirt, den Händler (mercator) und seine Geliebte, ging in der Taberna Hinweisen nach, rätselte und kombinierte im Aerarium, der kaiserlichen Schatzkammer, um schließlich dem Dieb auf die Schliche zu kommen. Die Klasse war in drei Gruppen aufgeteilt, Teamarbeit war gefragt. Die Lateinschülerinnen und Schüler lernten an verschiedenen Stationen das öffentliche Leben im antiken Rom kennen, lauschten der Rede eines Senators, sammelten gemeinsam Hinweise, wer den Schatz gestohlen hat und wo er versteckt sein könnte – und das alles auf Latein! Was für ein spannender Tag, allen hat es richtig Spaß gemacht! So wurden Latein und die Antike richtig lebendig!

A Christmas Carol im Deutschen Theater in Göttingen

In diesem Jahr fallen alle Weihnachtsfeiern, die Weihnachtssoirée, der lebendige Adventskalender  und viele andere Veranstaltungen, die das Schulleben des EGD bereichern, leider aufgrund der Corona-Krise aus. Immerhin haben es die Englischkurse von Frau Dossmann und Herrn Witkwoski geschafft, eine moderne Weihnachtsgeschichte im Deutschen Theater in Göttingen zu sehen. Dann kann Weihnachten doch wirklich kommen! PS: Auch einige Schüler*innen des Kurses von Herrn Pipa waren dabei. »God bless Us Every One!«

Weitere Informationen: https://www.dt-goettingen.de/stueck/a-christmas-carol/

Biokurs auf dem Northeimer See

Die letzten warmen Sonnenstrahlen nutzte der Bio-Leistungskurs von Frau Kunstmann, um sich einen praktischen Überblick über das Ökosystem See zu verschaffen. Organisiert durch das Experimental-Labor Xlab in Göttingen gab es erst eine theoretische Einführung, bevor die Uni-Bullis die Gruppe und das Equipment zum Großen Northeimer See fuhren.

Am Ufer war das Wasser noch knietief, sodass gekäschert und die Proben mit der Lupe betrachtet werden konnten. Auch chemische Parameter wurden mit Farbtests untersucht (z.B. Stickstoffverbindungen, Phosphat, Wasserhärte). Spannend wurde es dann auf dem Wasser, als mit der Winde Proben aus unterschiedlichen Tiefen gezogen werden konnten. Die Fluoreszenz-Sonde wies über Chla-Messungen auf die Algen-Biomasse hin, weitere Vertikal-Profile wurden von abiotischen Faktoren erstellt (Licht, Temperatur, pH-Wert, O2-/CO2-Konzentration, Leitfähigkeit). Gemessen wurde bis zu einer Tiefe von fast 25m! Und alles bei strahlendem Sonnenschein…

Zurück an der Universität wurde mikroskopiert, das Phasenkontrast-Mikroskop gab dabei erweiterte Einblicke, die mit der Kamera dokumentiert wurden.

 

Malte Kohlrautz und Svenja Ehlert (Jg. 13) bei Jugend und Wirtschaft erfolgreich

Die beiden Schüler des EA Politik-Wirtschaft haben mit ihren Texten überzeugt. Svenjas Artikel über ein Unternehmen, das vollkompostierbare Handy- und AirPodhüllen herstellt, ist in der projektinternen Zeitung veröffentlicht worden. Maltes Artikel hat es in die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschafft und kann hier nachgelesen werden:

https://www.jugendundwirtschaft.de/artikel/blitzer-finden-anhanger/

Die Himmelsscheibe von Nebra inspiriert unsere Schüler…

Die Profilkurse Kunst von Frau Schminke haben sich in den vergangenen Schuljahren in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Duderstadt mit der Himmelsscheibe von Nebra auseinandergesetzt und die Themen unserer Zeit – wie Klimawandel oder Umgang mit Müll – unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft gehen“ künstlerisch in einer Installation im öffentlichen Raum aufgegriffen. Dabei ist im letzten Schuljahr (vor dem ersten Lockdown) im Profil 9 die Himmelsscheibe von Nebra nachgebaut und alle nötigen Vorbereitungen für eine eigene gestalterische Auseinandersetzung getroffen worden. Die  Installation, die nun seit dem 7.7.2021 am Obertorteich zu bestaunen ist, wurde durch den Profilkurs Kunst der 8. Jahrgangsstufe fertiggestellt. So hat dieses Werk im öffentlichen Raum nach langer Vorbereitungszeit nun seinen Platz gefunden. 

Kurze Ausstellung von Designobjekten der Klasse 9

Bis zum 14.7. sind im Flur der Kunst (vor Raum 021/020) noch diese tollen Designobjekte zu bewundern! Kommt vorbei und staunt über den Ideenreichtum der 9. Klässler.

Wissenschaftlerin der MOSAiC-Expedition am EGD

Im Herbst 2019 startete die größte Arktis-Expedition aller Zeiten, welche vom Alfred-Wegener-Institut geplant und durchgeführt wurde und im Frühsommer 2020 endete. Auf dem Forschungseisbrecher „Polarstern“ befand sich auch Dr. Janin Schaffer vom AWI, welche dort im letzten Teil der Expedition forschte. Die physikalische Ozeanografin war im März zu Gast in den Englisch-Leistungskursen im Jahrgang 12, um dort über ihre Teilnahme an dieser Expedition und von ihren ersten Erkenntnissen zur Rolle der Arktis im Klimawandel zu berichten.

Aber warum nahmen gerade Englisch-Leistungskurse an einer solchen Veranstaltung teil? Der aktuell behandelte Roman „Frankenstein“ beginnt und endet mit einer Arktisexpedition und so war die Idee des Vergleichs der MOSAiC-Expedition mit historischen Forschungsreisen geboren.

Zudem verfassten alle Schülerinnen und Schüler einen Artikel über ihr Treffen mit Dr. Schaffer. Der beste Artikel der beiden Kurse von der Schülerin Maya Jünemann ist in der angehängten PDF zu finden.

Maya Jünemann: Mosaic expedition article

Autoren: PIP, WIT

Partielle SoFi am EGD

Die ersten Gruppen hatten Glück: Freie Sicht auf den „Biss aus der Sonne“. Der Mond hat einen kleinen Teil der Sonnenscheibe verdeckt. So eine partielle Sonnenfinsternis findet bei uns nur etwa alle 5 bis 6 Jahre statt. Umso schöner, dass es während des Schulvormittags war. Die Schülerinnen und Schüler des Astrokurses aus dem naturwissenschaftlichen Profil haben unter der Leitung des Astronomielehrers Lutz Zeuner alles organisiert und die angemeldeten Schülergruppen nach einem selbst erstellten Zeitplan auf den Schulhof geholt. Dort wurden im Unterricht erarbeitete, informative Kurzvorträge, sogar vor einer Lehrergruppe, gehalten. Der Blick durch die bereitgehaltenen Finsternisbrillen sorgte dann für viele Ah‘s und Oh‘s beim Anblick der angebissenen Sonne, auch wenn der maximale Bedeckungsgrad nur bei 13% lag.
Erst gegen Ende zogen Regenwolken auf und gaben den Blick auch nicht mehr frei, so dass sich der Religionskurs des Schulleiters mit dem Vortrag zufrieden geben musste.

Weitere Informationen: Partielle Sonnenfinsternis im Zeitraffer | Max Planck Institut für Sonnensystemforschung (mpg.de)